Geldwertrisiken

Risiko Geldmengenzuwachs

Geld fungiert in unseren Volkswirtschaften der Definition nach als

  • Zwischen- und Austauschmittel für Waren und Güter
  • als Schuldentilgungs- und Wertaufbewahrungsmittel und
  • besitzt zudem auch eine Wertmessfunktion der Kaufkraft.

Der als Geldmenge (Geldmenge M3) bezeichnete gesamte Bestand an Geld, der in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht, entsteht durch Geldschöpfung. Die Geldschöpfung erfolgt mit der Ausgabe neuer Banknoten durch die Zentralbanken oder mittels Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken.

Je nach Mindestreservesatz können Geschäftsbanken sichtbar gemachtes Zentralbankgeld (Sparguthaben auf einem Sparbuch) zur Gewährung eines Vielfachen für Kredite verwenden. Eine Mindestreserve von EUR 1.000 reicht bei einem Mindestreservesatz von beispielsweise 2% für das 50fache an Kreditvolumen. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als multiple Geldschöpfung, denn so entsteht aus nur EUR 1.000 sage und schreibe EUR 50.000!

Vereinfacht dargestellt, entspricht die Menge des Geldes idealerweise immer dem Wert aller Waren und Dienstleistungen. Nimmt nun die Menge des Geldes durch permanente Geldschöpfung bei gleichbleibender Menge aller Waren und Dienstleistungen zu, verliert automatisch der Wert oder die Kaufkraft des Geldes (Inflation).

Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB gibt hierzu zuverstehen:

Es gibt einen langfristigen Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum und Inflation.

Allein seit Einführung des Euro im Jahre 2002 nimmt die Geldmenge im europäischen Wirtschaftraum rasant zu.

Zwischen Einführung des Euro bis Ende 2010 stieg die Geldmenge um gigantische rund 5 Billionen Euro* (5.000.000.000.000 Euro), oder anders 5.000 Milliarden Euro.

Bereinigt man nun diesen gigantischen Anstieg der Geldmenge um das Bruttoinlandsprodukt aller EU-Staaten, gehen Experten allein in Europa mittlerweile von einer wahren oder realen Inflation von über 9% aus.

*) Quelle: Deutsche Bundesbank