Risiko Edelmetalle
Oftmals und gerade in der aktuellen gobalen Geld- und Schuldenkrise tendieren Anleger immer wieder zu Edelmetallen, allen voran Gold. Anders als Papier- und Buchgeld sei eine solche Investition etwas handfestes.
Doch neben den Erfahrungen aus der Vergangenheit warnen auch Experten und die Verbraucherzentralen: «Edelmetalle, insbesondere Gold, sind keine Geldanlage!»
Warum eigentlich?
Nachfolgend sollen einige wichtige Fakten näher analysiert und damit die innewohnenden nicht unerheblichen Risiken für die Investition in Edelmetalle nachweisen werden.
Wussten Sie, dass Edelmetalle ...
gerade jetzt überteuert eingekauft werden?
Mit der Angst der Anleger steigen die Preise für Edelmetalle unaufhaltsam, ohne dass es hierfür eine sachliche Basis gibt. Edelmetalle sind weltweit nicht weniger geworden, sondern eher mehr! Also höhere Preise für mehr Waren? Ein wirtschaftliches Paradoxun!
zusätzliche Kosten beim Erwerb verursachen?
Vergleichen Sie einmal den An- und den Verkaufspreis bei einem Edelmetallhändler. Bereits beim Erwerb besteht ein erheblicher Aufschlag auf die aktuellen Preise. Diese zusätzlichen Kosten müssen erst einmal mit Wertsteigerung eingespielt werden! Somit können meist gerade einmal die Investitionskosten erst nach Jahren wieder aufgeholt werden.
für die Beschaffung und Lagerung Gebühren verursachen?
Neben dem Aufschlag beim Verkaufspreis berechnen viele Händler und Banken zudem noch Gebühren für die Beschaffung oder Bereitstellung. Zusätzlich werden Gebühren für Lagerung fällig, was zusammen in einigen Fällen sogar den durchaus rasanten Preisanstiegt der letzten zwei Jahre vollständig verbrauchte.
keine Zinsen oder Dividende erwirtschaften und damit keinen wirklichen Gebrauchswert besitzen?
Die meinsten Anleger vergessen, dass Edelmetalle unproduktiv sind und keinerlei Gewinne erzielen. Oder haben Sie schon mal etwas von Goldmiete, Platinzinsen, oder jährliche Kupferdividende gehört. Anders als beispielsweise Immobilien, die sogar monatliche Erträge abwerfen, liegen Edelmetalle lediglich glänzend im Safe mit der Illusion und Hoffnung, dass die Preise hierfür weiter steigen. Eine produktive Verwertung mit Aussicht auf Ertrag exisiert somit nicht!
hohen Währungsrisiken ausgesetzt sind?
Edelmetalle werden in US-Dollar gehandelt. Das bedeutet, dass Währungsschwankungen, die nichts mit dem Edelmetall zu tun haben, dennoch den Preis negativ beeinflussen können. Unter Umständen könnte der Anleger trotz steigender Edelmetall-Preise sogar weniger für zurückbekommen.
hoch spekulativ sind?
Da Edelmetalle keine Zinsen oder Dividenden bringen, bleibt letztlich nur die Hoffnung auf eine weitere Verteuerung! Es bleibt nur die Spekulation! Starke Kursschwankungen sind in der Vergangenheit nicht selten, sondern die Regel gewesen. So halbierte sich beispielsweise der Goldpreis zwischen 1987 und 1999, im Jahre 2008 fiel er in ganz kurzer Zeit um rund 30%!
kein geeignetes Zahlungsmittel darstellen?
Wenn es zur befürchteten Hyperinflation oder einer Währungsreform kommt, so verfügen bereits Nuggets oder Münzen eines Edelmetalls über einen so hohen Wert, dass es völlig unsinnig ist, damit seine täglichen Zahlungsverflichtungen erfüllen zu wollen. Münzen und Barren lassen sich eben nicht einfach in gebrauchsfertige Zahlungsportionen aufteilen.
in ihrer Grösse, Beschaffenheit und Gewicht problematisch sind?
Wie gross ist ein Barren, wie schwer ist er? Wie kann ich ihn sicher transportieren und lagern? Kann ich überhaupt eine sichere Lagerung erwarten? Dies alles lässt den Wert Edelmetall ohne aufwendige technische und fachmännische Hilfe eher unkontrollierbar und schwer händelbar werden.
für potentielle Tauschpartner nicht prüfbar sind?
Können Sie auf den ersten Blick und ohne Fachmann sofort Gold, Platin oder Kupfer erkennen oder unterscheiden? Wenn Sie den Barren nicht aufschneiden, wissen Sie dann, ob er wirklich aus massiven Gold oder Silber besteht? Welche Qualität oder Reinheit besitzt Ihr Edelmetall? Wenn Sie sich selbst diese Fragen kritisch stellen, wie kann es dann Ihr potentieller Tauschpartner?
für den Privatbesitz durch den Staat verboten werden können?
Hier greifen wir vergangene reale Tatsachen bei Weltwirtschaftskrisen und signifikanten politischen Veränderungen auf. Am 01.05.1933 verboten die USA in der Weltwirtschaftskrise den privaten Goldbesitz. Bankschliessfächer wurden versiegelt und amtlich geleert, das gesamte private Gold musste unter Androhung erheblicher Geld- und Haftstrafen innerhalb von 14 Tagen bei staatlichen Annahmestellen zum Festpreis in Geld abgegeben werden. Dieses Verbot hielt bis 1973 an! In Deutschland wurden 1939 darüber hinaus sogar sämtliche Edelmetalle in gewerblichen Unternehmen beschlagnahmt.
Wie beschreibt es die US-Investorenlegende Warren Buffett treffend ...
“Wir graben Gold aus der Erde, schmelzen es ein, stecken es woanders wieder in ein Loch und lassen es bewachen. Es hat keinerlei Nutzen. Jedes Marsmännchen, das so etwas beobachtet, würde den Kopf schütteln.„
Das Fazit sollte für den Anleger sein, Investitionen in Edelmetalle sehr genau zu prüfen und allenfalls geringfügig seinem Portfolio beizumischen. Mit einer Investition in eine Immobilie legt man hingegen sein Kapital ebenfalls sachwertgebunden - aber transparent, rentierlich und staatlich gefördert an!